MEISTER DER STILLE

Bodecker und Neander

Marcel Marceau machte das Unsichtbare sichtbar und setzte dem irrwitzigen Materialismus des Zwanzigsten Jahrhunderts den Zauber und die Kraft der menschlichen Seele entgegen.

Es ist still geworden um die Pantomime nach Marceaus Tod. Doch es gibt sie noch, die „Meister der Stille“. Wolfram von Bodecker und Alexander Neander haben an der École Internationale de mimodrame de Paris Marcel Marceau studiert und ihr Handwerk vom Meister persönlich gelernt. Bis zu seinem Tod, waren sie Marceaus Assistenten und enge Vertraute. Heute touren sie in ihrem kleinen roten Bus durch ganz Europa und begeistern ihr Publikum mit selbst geschriebenen Geschichten, die sie ganz ohne Worte, nur mit Gesten und Musik erzählen.

Wolfgang und Alexander leben in Berlin. Als Pantominenduo BODECKER & NEANDER führen beide Marceaus künstlerisches Erbe fort. Zwar hat das Gespann längst seine eigene mimische Erzählweise gefunden. Sie spüren, dass sie längst auf eigenen Füßen stehen, sich von den Einflüssen Marceaus mehr und mehr befreien. Sie haben sich einen Namen gemacht, eine Familie gegründet, eigene Programme entwickelt, die den Einfluss Marceaus nicht mehr erkennen lassen und in Workshops geben sie ihr Wissen und Können an die junge Generation weiter. Doch immer noch drängt sich den beiden die Frage auf: Was würde Marceau dazu sagen?

Seit dem Tod ihres Meisters im Jahr 2007 waren Wolfram und Alexander nicht in Paris. Jetzt wollen sie sich aufmachen in die Stadt, in der ihr Lebenstraum Wirklichkeit wurde und dort erstmals mit einem eigenen Programm auftreten. Und sie werden die Zeit in Paris nutzen, in Archiven und bei Zeitzeugen die Spuren von Marceaus sagenhafter Karriere aufzunehmen. Werden sie ihren Lehrer dann mit anderen Augen sehen?  Marceaus Schule und sein Theater existieren nicht mehr. Doch immer noch erinnern viele Orte in Paris an sein bewegtes Leben